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Selbstverteidigung Kampfsport, Kampfkunst, Erding, Rosenheim , Wing Tsun, Kung Fu, Kampf

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Ludwig  F e m b a c h e r  hat als erster meiner Schüler bei mir die Prüfung zum ersten Lehrergrad bestanden.

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Mein Weg zum Wing / Tsun
Ludwig  F e m b a c h e r.

Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich an einem Freitagabend im Januar 1998 zum ersten Mal in das Wing Tsun Training, einem Probetraining, zu Sifu Erwin Kastl nach Kolbermoor ging. Viel Erläuterungs- und Überzeugungsarbeit musste Si-Fu bei mir nicht leisten, damit ich in seiner Wing Tsun Schule Mitglied wurde um Wing Tsun zu erlernen. Wing / Tsun war für mich bei der Anmeldung zum ersten Training kein unbeschriebenes Blatt mehr und auch keine Kampfsportart wie jede andere. Jetzt, 6 Jahre nach meinem ersten Training, freut es mich sehr, dass ich den ersten Technikergrad erlangen konnte.

 

Zunächst aber alles der Reihe nach, wie ich zu Wing / Tsun kam und warum ich es lernen und trainieren will. Ich kann mich an kein Schlüsselerlebnis meiner Kindheit erinnern, das eine mögliche Begründung für mein brennendes Interesse eine Kampfkunst zu erlernen wäre. Meine Erziehung war weitgehend gewaltfrei und sehr liebevoll, auch meine Spielkameraden und später meine Freunde in der Kinder- und Jugendgruppe waren keineswegs gewalttätig. Gegenseitige Gewalt ging nie über Balgen und Rangeln hinaus und war auch nicht böswillig. Ich wurde nie verprügelt oder geriet auch nicht in eine Schlägerei. Dennoch wuchs als Jugendlicher in mir der Wunsch Selbstverteidigung zu erlernen. Es ist zwar keine Begründung, aber Eastern Filme interessierten und faszinierten mich schon immer. Sehr gerne wollte ich zum Beispiel Karate oder Judo lernen, also Kampfsportarten, die jedem bekannt sind. Da es in meinem damaligen Wohnort eine im Sportverein integrierte Karateabteilung gab, lag es eigentlich nahe dort das Training zu besuchen. Leider waren aber die Trainingszeiten so ungünstig, dass sie sich nicht mit anderen, damals noch vorrangigen Freizeitaktivitäten vereinbaren ließen. Erst im Alter von 18 Jahren begann ich Karate zu trainieren. Etwa ein Jahr zuvor hatte dort ein sehr engagierter Trainer das Training übernommen. Ich lernte schnell viele Techniken und Formen und konnte durch den regelmäßigen Besuch von Lehrgängen auch zügig Gürtelprüfungen ablegen. Auch das Vereinsleben war harmonisch und die Abende bei den in der Regel mehrtägigen Lehrgängen waren eine willkommene Abwechslung. Im Eifer des Erlernens der zahlreichen neuen Techniken, Theorien und Philosophien trat meine eigentliche Motivation, Karate zu trainieren, allmählich in den Hintergrund. Beziehungsweise war ich damals überzeugt, dass ich durch Karate, wenn ich nur lange, hart und ausdauernd genug trainieren würde, effektive und effiziente Selbstverteidigung erlernen würde. Ich ging von mir aus und war der festen Überzeugung, dass jeder der Karate trainiert dies zum Zweck der Selbstverteidigung tat. Darum war ich mir sicher, dass ich automatisch, wenn ich in Karate besser werde, auch Selbstverteidigung lernen und in dieser Beziehung sicherer und selbstbewusster würde.

 

Selbstbewusstsein, das ist vielleicht das richtige Stichwort für eine Begründung meines Wunsches Kampfkunst respektive Selbstverteidigung und darüber hinaus vielleicht sogar kämpfen zu lernen und Kampfstärke zu entwickeln. Nicht aber um damit prahlen zu können oder dieses Können gar leichtfertig einzusetzen. Meine relativ geringe Körpergröße und mein schmächtiger Körperbau waren nicht selten Anlass für Hänseleien, die ich ohne nennenswerten Widerstand hinnahm, ich fühlte mich unterlegen. Sicher kann das Gefühl der Unterlegenheit eine Basis für geringeres Selbstbewusstsein sein. Möglicherweise wollte ich durch die Gewissheit, Selbstverteidigung zu beherrschen oder kämpfen zu können, den von mir persönlich als Makel empfundenen schmächtigen Körperbau kompensieren. Der Hintergedanke kampfkräftig zu sein, obwohl man auf den ersten Blick den Anschein der körperlichen Unterlegenheit entspricht, schien darüber hinaus sehr verlockend. Ich hatte also begonnen Shotokan Karate zu trainieren und war überzeugt, das Richtige für mich zu tun, nämlich tatsächlich Selbstverteidigung zu erlernen und ich war glücklich darüber, endlich meinem langjährigen Wunsch nachgekommen zu sein. In dieser Zeit war ich nicht empfänglich dafür, dass andere Kampfsportarten vielleicht wesentlich besser Kampfstärke vermitteln oder andere Kampfkünste viel tauglichere Konzepte zum Erlernen von Selbstverteidigung bieten würden. Ich kaufte dennoch auch Budozeitungen in denen viele Martial-Art-Stile vorgestellt und in Werbeartikeln angepriesen wurden, darunter auch Wing / Tsun. Gelesen hatte ich zahlreiche dieser Artikel und Anzeigen, ich war aber zu diesem Zeitpunkt nicht eines Besseren zu belehren. In den Zeitungen suchte ich regelrecht nach Berichten, in denen ich Bestätigung fand, wie toll doch Karate zur Selbstverteidigung ist. Wahrscheinlich hätte mich nicht einmal eine glimpfliche Niederlage in einer Selbstverteidigungssituation umstimmen können. Ich müsste nur weiter hart und ausdauernd trainieren, dann würde ich die zahlreichen Techniken auch zum Zweck der Selbstverteidigung einsetzen können. Neben den Budozeitschriften zählte auch das Buch „Krafttraining für Kung Fu und Karate“ von Eberhard Schneider, erschienen im Wu-Shu-Verlag, zu meiner Budo-Lektüre, die mich in Kontakt mit Wing / Tsun brachte. Allerdings las ich dieses Buch, um mein Karatetraining durch Muskelaufbau zu ergänzen. Erst später erinnerte ich mich wieder daran, dass ich ja in diesem Buch bereits von Wing / Tsun gelesen hatte.

Mit der Zeit und dem Trainingsfortschritt lernte ich das Wesen des Karate Do besser kennen und so begann ich auch, die Einsetzbarkeit von Karatetechniken kritischer zu betrachten. Mich enttäuschte dabei am meisten, dass ich, wenn überhaupt, erst nach langjährigem Training mit Karate Selbstverteidigungschancen erlangen würde. Ich wollte nun aber, und das war neu, sofort wissen wie ich mich gegen Schläger verteidigen kann. Mit dem was ich bislang gelernt hatte, versuchte ich mir die eine oder andere Selbstverteidigungssituation und deren Lösung mit Karatetechniken vorzustellen. Ich las einige Bücher mit Anleitungen für Selbstverteidigung durch Karate. Ohne fachkundige Anleitung und ohne Partnertraining war es aber nicht möglich die Techniken bis zur Anwendbarkeit zu erlernen. Wie konnte ich Karate zur Selbstverteidigung einsetzen, das war von nun an meine zentrale Frage. Nie fühlte ich dabei aber die Sicherheit, dass es tatsächlich so funktionieren könnte wie es beschrieben wurde, der Trainer es erklärte oder ich es mir ausdachte. Häufig hatte ich auch Zweifel an der Realitätsnähe der konstruierten Situationen. Meine Unzufriedenheit stieg und ich suchte nach Erklärungen für das Versagen der Karatetechniken in meinen Gedanken. Besonders bedauerte ich, dass wir in unserem Karatetraining kaum mit einem Trainingspartner trainierten, sondern vor allem Formen und Grundtechniken in die Luft übten. Wenn dann doch mal Kumite also Karatekampf trainiert wurde, war es ziemlich unkontrolliert, unbeholfen und ich hatte häufig Verletzungen. Wie sollte man aber ohne Praxistraining gegen einen Schläger bestehen können? Ich stellte mir weiter die Frage, wie man eine realistische Selbstverteidigungssituation überhaupt beschreiben kann und wie man sich darauf vorbereitet. Im nachhinein stellte ich also fest, dass Selbstverteidigung sicher nicht der Hauptbeweggrund für die meisten sein kann, die Karate trainieren. Viele werden sich aber womöglich in der Sicherheit wiegen die erlernten Techniken auch zur Selbstverteidigung einsetzen zu können.

 

Langsam und allmählich schenkte ich nun auch anderen Kampfstilen Aufmerksamkeit und Interesse. Ich nahm zur Kenntnis, dass sich andere Stile womöglich wesentlich besser zur Selbstverteidigung eignen, ja sich vielleicht besonders damit befassen. Die Unsicherheit wurde größer, was sollte ich tun? Wie bereits erwähnt, nahm meiner Ansicht nach vor allem das Partnertraining in unserer Karateschule einen zu geringen Stellenwert ein.  Würde es etwas bringen, wenn ich zusätzlich zu Karate Kick-Boxen trainieren würde? Vielleicht, aber mit Selbstverteidigung hätte auch das herzlich wenig zu tun gehabt. Ich bezweifelte, dass sich der Straßenschläger an Gewichtsklassen halten würde. Die Chance, dass jemand schwerer und damit wuchtiger wäre als ich, liegt bei meinem Körpergewicht von ca. 65 Kilo recht hoch. Was sollte man darüber hinaus gegen Klammern, Würgen oder Werfen mit Kick- Boxen oder Karate anfangen? Auch der Ringrichter fehlt auf der Straße, usw. Meine Überlegungen waren, im nachhinein gesehen, damals schon sehr ausführlich und nahe am wesentlichen. Allerdings fehlten ständig zufriedenstellende Antworten auf meine Fragen. Es war kein Selbstverteidigungskonzept zu erkennen, weder im Karate, noch in meinen Überlebungen.

Etwa ein Jahr dauerte diese Durststrecke an, bis ich endlich Ende Dezember 1997 einfache und plausible Antworten auf meine zahlreichen Fragen finden sollte. Im Hugendubel in München stöberte ich bei den Sportbüchern. Dort stieß ich schließlich auf ein Buch mit dem Titel „Vom Zweikampf“ von K.R. Kernspecht, Wu-Shu-Verlag. Ich las kurz hinein und auf den ersten Seiten wurde anschaulich begründet, warum sich Blocktechniken nicht zur Selbstverteidigung eignen würden; in den vergangenen 3 Jahren hatte ich aber nichts anderes als zahlreiche Blocks mit Gegenangriffen in die Luft geübt. Mein Interesse war damit geweckt, zumal ich ja selbst bereits die Praxistauglichkeit dieser Techniken in Frage stellte. Ich kaufte das Buch, las es, meldete mich zu einem Probetraining bei Sifu Erwin Kastl in seiner Wing / Tsun -Schule in Rosenheim an und begann am 16. Januar 1998 mit dem Wing Tsun Training. Das Training von Karate habe ich zum selben Zeitpunkt ohne Wehmut aufgegeben, es fehlte mir auch in der folgenden Zeit nicht. Ich wollte ja ausschließlich Selbstverteidigung trainieren und lernen. Schon nach kurzer Trainingszeit fühlte ich mich sicherer, ganz einfach deshalb, weil die Selbstverteidigungssituationen realistisch dargestellt und erläutert wurden. Sinnvolle Vorgehensweisen wurden erklärt und mit dem Partner trainiert. Das Trainingsprogramm in den Wing / Tsun Schulen von Sifu Erwin Kastl ist äußerst umfangreich. Die wesentlichen Schwerpunkte sind das Training von Formen, Chi Sao, Kampfanwendungen und Eskrima Waffenkampf. Damit wird eine Vielzahl möglicher Selbstverteidigungssituationen abgedeckt, sei es der Ritualkampf, die Wirtshausschlägerei, Ringerangriffe und Bodenkampf sowie Angriffe mit kurzen und langen sowie stumpfen und scharfen Gegenständen und vieles mehr.

Die Frage lautet nicht, welche Kampfkunst sich am besten zur Selbstverteidigung eignet. Diese könnte nur durch Vergleichskämpfe beantwortet werden und würde dann auch vor allem von den Kämpfern abhängen, nur zu einem geringen Teil von der Kampfkunst. Vielmehr muss die Frage lauten, welche Kampfkunst das beste Konzept zum erlernen von Selbstverteidigungsstrategien bietet. Ganz entscheidend ist daher auch die Schule in der man Kampfkunstunterricht nimmt.

 

In den folgenden 6 Jahren trainierte ich nun mit wechselnder Regelmäßigkeit und zum Teil durch längere Pausen unterbrochen Wing / Tsun. Ein Hindernis weiterzukommen war dabei immer die Notwendigkeit Lehrgänge zu besuchen um Prüfungen abzulegen. Der 1. Technikergrad wäre auch heute noch in weiter Ferne für mich, wenn ich das Prüfungsprozedere des Verbandes durchlaufen müsste. Da sich Si-Fu dieses Jahr entschlossen hatte, ohne die Bindung an einen Verband zu unterrichten, ergab sich für mich die Möglichkeit unbürokratisch und kostengünstig die Technikerprüfung abzulegen. Ich musste nicht auf Lehrgänge warten, weite Anfahrten und verplante und teure Wochenenden in Kauf nehmen um weiterzukommen, sondern konnte im Training und im Privatunterricht die einzelnen Anforderungspunkte der Prüfung durcharbeiten.

Im Folgenden möchte ich noch einige Tipps geben, wie man aus meiner Sicht besonders zügig mit dem Wing / Tsun Programm voran kommen kann, denn es muss nicht 6 Jahre dauern, bis man die Technikerprüfung ablegt. Regelmäßiges Training und vor allem die Vermeidung längeren Aussetzens wäre günstig. Lästiges Warten auf den nächsten Prüfungslehrgang entfällt in Zukunft ohnehin, da Sifu Erwin Kastl unabhängig von Verbänden Wing / Tsun unterrichtet und Prüfungen abnimmt. Das spart viel Zeit, insbesondere, wenn man dann am Lehrgangstag doch keine Zeit hat teilzunehmen und auf den nächsten warten muss. Dadurch bedingtes frustriertes Fernbleiben vom Training gibt es dann auch nicht mehr. Hin und wieder ist es sinnvoll einige Stunden Privatunterricht zu nehmen. Zum Beispiel kann man dort nach dem Ablegen einer Schülergradprüfung ausführlich und kompakt das neue Programm kennen lernen und es anschließend im Training üben.

 

Ich wünsche nun allen viel Spaß und Erfolg beim erlernen von Wing / Tsun in den Schulen von Sifu Erwin Kastl.

 

Meinen ganz herzlichen Dank möchte ich abschließend an meinem Sifu Erwin Kastl richten, für die hervorragende Wing / Tsun Ausbildung die ich bislang erfahren durfte.

 

August 2004, Ludwig  F e m b a c h e r.

 

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Der Grosse links:  Roland  S t a r y

Roland  S t a r y: Mein Weg mit Wing / Tsun

Alles begann im März 1994. Bis dahin hatte ich mich noch nicht mit Selbstverteidigung oder Kampfsport befasst. Ich befand mich mit meinem Freund Bernd beim Kayakurlaub in Südfrankreich. Am Abend nach einer tollen Wildwasserfahrt hockten wir am Flussufer an einem einsamen Platz vor unseren Campingbussen. Je später der Abend wurde, umso mehr diskutierten wir über die sinkenden Werte der Gesellschaft und über die immer größere Neigung Gewalt bei Konflikten einzusetzen. Während unserer Diskussion stellten wir fest, dass wir hier am Flussufer in dieser einsamen Lage, bei einer gewalttätigen Konfrontation auf uns selbst angewiesen wären. Ich fragte Bernd, wie man solche Situationen meistern könnte. Ich muss noch anmerken, dass Bernd, ein Polizist aus Villingen Schwenningen zu dieser Zeit den ersten Dan im Karate hatte.

Bernd erzählte mir von Wing / Tsun, dass seiner Meinung nach ein effektives Selbstverteidigungssystem sei und bei der man relativ schnell wirkungsvolle Techniken erlernen könne. Leider war zur damaligen Zeit in Bernds Nähe nur eine Wing / Tsun-Schule mit einem Ausbilder, der nicht seinen Einstellungen und Werten entsprach.

Nach dem  Urlaub sandte mir Bernd eine Infobroschüre mit Adressen von Wing / Tsun Schulen zu. Ich suchte mir die nächstgelegene Schule aus und vereinbarte einen Termin für ein Probetraining. Mein Sifu Erwin Kastl empfing mich und erklärte mir die Grundzüge des Wing / Tsun. Ich war überrascht, dass am Trainingsbeginn keine Aufwärmübungen,  sondern nur sogenannte Formen durchgeführt wurden. Außerdem  beobachtete ich fasziniert die mir damals unbekannten Lat-Sao und Chi-Sao Partnerübungen der fortgeschrittenen Schüler. Der Unterrichtsstil von meinem  Sifu und die dadurch vorhandene freundschaftliche Atmosphäre im Training gefiel mir. Obwohl ich mich als absoluter Anfänger in Sachen „Kampfsport" sehr schwer tat, wurde ich von meinen Si-Hings respektvoll und mit Geduld behandelt. Ich war angenehm überrascht, dass im Training keine „Schlägertypen" dabei waren, da für mich bis dahin Kampfsport und „Schlägertypen" zusammengehörten. Die Trainingszeit verging wie im Flug. Am  Ende des Trainings wurden Dehnübungen durchgeführt. Ich war begeistert und mein Entschluß, dass ich Wing / Tsun erlernen wollte, stand fest.

 

Je länger ich in das Wing / Tsun Training ging, umso mehr erkannte ich die Vorzüge des Unterrichts meines Sifus. An den Lehrgängen stellte ich fast immer fest, dass es durchaus nicht normal ist, Wing / Tsun-Schüler respektvoll und mit Enthusiasmus zu unterrichten. Immer mehr hatte ich das Gefühl, dass es bei den Lehrgängen nicht um Wissensvermittlung, sondern hauptsächlich um monetäre Interessen ging. Für mich wurde auch klar, dass ich Wing / Tsun in einer anderen Schule nicht lange erlernt hätte.

Im Laufe der Zeit faszinierte mich im Wing / Tsun Training immer mehr die fließenden und weichen Bewegungen der Chi-Sao Programme. Diese Bewegungen erinnerten mich an meine bis dahin größte Leidenschaft, dem Wildwasserkayakfahren.

Bei der Anwendung des Chi-Sao verhält es sich wie in einem Kayak in einem reißenden Fluss. Beim Wildwasserfahren ist der Krafteinsatz gering, wenn man das Wasser „liest" und die jeweiligen Strömungen geschickt für sich ausnutzt. Fährt man im Kayak jedoch ohne Rücksicht auf die verschiedenen Strömungsrichtungen, so muß entsprechend mehr Kraft eingesetzt werden, um die jeweilige Flusspassage zu bewältigen. Im Extremfall führt es auch dazu, dass der Fluss Oberhand über den Kayakfahrer gewinnt und ihn zum Umfallen und gegebenenfalls zum Aussteigen zwingt.

Im Chi-Sao ist man durch das Kleben der Arme am Gegner und durch das Fühlen in der Lage, die Kraft des Gegners aufzunehmen und am Körper vorbei zu leiten. Sollte der Angreifer stärker sein, so ist es besser zurückzuweichen. Sollte der Gegner jedoch zurückweichen, so kann man ihm durch den bestehenden Kontakt folgen und ihm somit keine Möglichkeit geben, sich zu lösen und einen erneuten Angriff durchzuführen.

Nach einiger Zeit bemerkte ich durch das Wing / Tsun Training auch Veränderungen an mir.

Mit meiner Körpergröße von l ,98m und meinem stark ausgeprägten Hohlkreuz hatte ich in der Vergangenheit immer wieder Wirbelsäulenprobleme. Sogenannte Hexenschüsse standen bei mir ungefähr alle zwei Monate an der Tagesordnung. Durch das Training besserten sich diese Beschwerden mit der Zeit erheblich. Außerdem stellte ich fest, dass ich gelenkiger wurde und sich meine körperliche Haltung verbesserte. Daneben änderte sich mein bis dahin eckiger Gang. Er wurde gegenüber früher wesentlich runder.

 

Doch nicht nur körperliche Veränderungen gingen in mir vor. Durch das Wing / Tsun änderten sich auch meine Einstellungen und mein Verhalten. Ich begann mich für Buddhismus, Meditation und Taoismus zu interessieren. Ich las einige Bücher, wie zum Beispiel das I Ging und das Tao Te King von Laotse.

Besonders fasziniert haben mich folgende 2 Sprüche von Laotse (aus einer Übersetzung des Tao Te King von Stephen Mitchell):

Nichts auf der Welt ist so nachgiebig wie Wasser. Doch zum  Auflösen des Harten und Unbeweglichen ist nichts besser geeignet.

Das Weiche überwindet das Harte; das Sanfte überwindet das Starre, Jeder weiß, dass dies zutrifft, aber nur wenige können danach handeln.

Die Menschen kommen  weich und geschmeidig zur Welt; tot sind sie steif und starr; Die Pflanzen kommen zart und biegsam zur Welt; tot sind sie spröde und dürr.

Demgemäss   gilt: Wer steif und starr ist, ist ein Schüler des Todes. Wer weich und nachgiebig ist, ist ein Schüler des Lebens.

Das Starre und Steife wird zerbrechen. Das Weiche und Geschmeidige  wird sich durchsetzen.

Für mich kennzeichnen diese beiden Sprüche unter anderem auch die 4 Kampfprinzipien des Wing / Tsun:

 

Ich versuche die Essenz dieser beiden Sprüche von Laotse nicht nur im Training, sondern auch im Alltag umzusetzen.

Früher handelte ich im beruflichen Bereich emotionaler als heute. Bei Auseinandersetzungen über verschiedene Probleme kam es durchaus vor, dass durch emotionale Aussagen beider Parteien Sachprobleme nicht gelöst wurden und daneben noch Konflikte entstanden. Jetzt lasse ich mich nicht mehr auf unüberlegte oder impulsive Bemerkungen ein. Ich versuche auf der Sachebene den Kern des Problems zu erfassen und mit nachprüfbaren Argumenten  meinen Lösungsvorschlag zu untermauern. Den Lösungsvorschlägen der anderen Partei gebe ich jetzt nur noch nach, wenn sie die objektiv besseren Argumente vorweisen.

Gleichzeitig trete ich meinen Kollegen mit Achtung und Respekt gegenüber. Auffallend für mich ist dabei, dass im Gegensatz zu früher meine Lösungsvorschläge öfters angenommen werden, und dass ich von meinen Kollegen mehr geachtet werde.

Im privaten Bereich gab es durch das Wing / Tsun auch Änderungen. Im Urlaub, wenn meine Familie und ich wieder einmal an einsamen Plätzen campieren, hat sich unser Verhalten geändert. Die früher vorhandene unterschwellige Unsicherheit an einsamen Plätzen ist verschwunden. Wir genießen jetzt diese Plätze noch mehr und schätzen die dort vorhandene Ruhe.

Die größte Änderung ergab sich für mich im Juni 2004. Mein Sifu erklärte im Training, dass er aus dem grossen Verband  E W T O ausgetreten sei, da er nicht mehr hinter der Politik und hinter den Lehrgängen dieser Organisation stehen könne. Da ich wie am Anfang angeführt ebenfalls Zweifel an der Wissensvermittlung der Lehrgänge des Verbandes hatte, war mein Drang, über die Schülergradprogramme hinausstehende Graduierungen zu erreichen, bis zu diesem Zeitpunkt gering. Das änderte sich jedoch mit dem Ausstritt meines Sifus. Meine Entscheidung, höhere Wing / Tsun-Programme zu erlernen, stand fest. Die Richtigkeit der beiden Sprüche von Laotse werden mir bei der zweiten bis vierten Sektion Chi-Sao immer mehr deutlich. Wenn ich wieder einmalverkrampft oder mit zuviel Druck trainiere, versuche ich mich von meiner eigenen Kraft zu befreien, denn in Zusammenhang mit Chi-Sao gilt: „WENIGER    IST MEHR".

Zum  Schluß gilt mein Dank noch meinem Sifu Erwin Kastl, ohne dessen Unterrichtsmethoden ich sofort nach dem Probetraining aufgehört hätte.

Ebenso möchte ich mich auf diesem Weg bei meinem Freund Bernd bedanken, ohne dem ich nicht zum Wing / Tsun gefunden hätte.

November 2004 Roland  S t a r y

 

Nachdem viele meiner Schüler nur unregelmässig oder wenig Zeit haben, werde ich alle 2 Wochen einen Intensivlehrgang in Taglaching am Sonntag von 13.00 bis 18.00 Uhr anbieten. Die Termine sind dann 2.1. 16.1;  30.1.;  13.2.;  27.2.;  13.3.;  27.3. 27.3.; 10.4.; 24.4.; 8.5.; 22.5.; 5.6.; 19.6.; und so weiter. natürlich jeweils 2005.

 

In Taglaching ist alles an Ausstattung und Ausrüstung vorhanden, so dass wir auch spezielle Übungen durchführen können. Wer vorbereitet ist, kann auf dem Lehrgang auch seine Prüfung machen. Bringt eine Brotzeit mit, wir werden nur eine kurze Pause machen.

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, für Rückfragen am besten Handy 01625600463.

 

Reguläre Trainingszeiten in Taglaching sind ab 2005 Dienstag 20.00 Uhr und Samstag, 16.15 Uhr.

 

Wegbeschreibung von Erding aus: Hohenlinden, Ebersberg, Grafing, dann Richtung Glonn, auf dieser Strecke liegt Pinzenau rechts, dort gibt es auch eine Verkehrsinsel, dann Richtung Taglaching, den Berg runter, das erste Haus auf der rechten Seite.


Von Wasserburg aus auch erst nach Grafing, dann weiter wie oben.

 

Von Rosenheim aus erst nach Glonn, dann Richtung Grafing, dann liegt Pinzenau links.

Nach vielen Jahren besteht Manuel Schreiner die Prüfung zum ersten Lehrergrad

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Mein Weg zur Kampfkunst

von Manuel  Schreiner  (hier seine Homepage über Stapler und Hubwagen)

Mein Eintritt in die Geheimnisse der asiatischen Kampfkunst fand eigentlich erst sehr spät statt. Im Jahre 1992, im Alter von immerhin schon stattlichen 32 Lenzen, was für einen Kampfkunstbegeisterten relativ spät ist, begann ich meine Wing / Tsun Ausbildung. Um es gleich vorwegzunehmen, nicht das Alter ist ausschlaggebend ob jemand Wing / Tsun, Karate, Judo oder sonst eine der vielen Kampfkünste erlernen will, einzig der Wille etwas Neues zu erlernen, die Zeit und den Eifer dafür aufzubringen sind ausschlaggebend.

Natürlich ist es besser möglichst früh damit zu beginnen aber auch im fortgeschrittenen Alter stehen einem alle Türen offen, vorausgesetzt der Wille ist da. Beschwerden wie Rückenschmerzen, Haltungsschäden und sonstige Zipperlein des Bewegungsapparates sind kein Grund nicht mit Wing / Tsun anzufangen. Nein, im Gegenteil, durch die zahlreichen Übungen, Drills und Wiederholungen während des Trainings und besonders bei der abschließenden Gymnastik wird im Körper der Aufbau von Muskeln gefördert und auch die Haltung profitiert erheblich davon. Haltungsschäden und Rückenschmerzen verbessern sich merklich! Ich habe es selbst erlebt. Meine Rückenschmerzen sind fast komplett verschwunden.

 

Aber zunächst einmal der Reihe nach.

Schon als kleiner Junge begeisterte mich die asiatische Kampfkunst. Filme über Kung Fu, Karate und so weiter, Jackie Chan, Bruce Lee und Konsorten, Mann, wie sich die Jungs bewegen konnten, anmutig, grazil und dabei so kraftvoll, edel wie ein Ritter und immer aufrichtig und ehrlich. Und zum Schluss bekommt der Held immer die Frau seines Herzens (oder auch nicht).

 

Wer je so einen Film gesehen hat, weiß was das Herz eines kleinen Jungen höher schlagen lässt. Natürlich wollte auch ich immer zu den Helden gehören und die bösen Jungs, besonders die in der Schule die mich immer unterdrückt haben, einmal ordentlich vermöbeln. Jedoch war weder meine Statur, ich war damals kaum mehr als ein Hänfling, noch meine ‚Kampfkunst’ dazu in der Lage. Wie denn auch? Nur vom zuschauen und nachmachen wird das nichts!

 

Meinem Wunsch nach einer Ausbildung in einer Kampfsportschule wollte mein Vater nicht zustimmen. Sein Kommentar: „Das sind doch alles Schläger. Ich will nicht dass du so einen gewalttätigen Sport erlernst. Denk doch an das Verletzungsrisiko. Spiel lieber Fußball.“ Und so weiter, und so weiter… Auf jeden Fall durfte ich nicht. Und so kam es dass ich beim ortsansässigen Fußballverein angemeldet wurde. Irgendwann verlor ich das Interesse, es bringt ja nichts immer gegen Mauern zu rennen.

 

Nach der Schule begann ich eine Berufsausbildung, ging danach in den elterlichen Betrieb. Es folgten noch diverse Schulungen, Seminare, weitere Ausbildungen usw. Eben ein ganz normaler Werdegang. Meine noch immer vorhandene Begeisterung für die asiatische Kampfkunst lebte ich damals mit meinen alten Freunden Jackie, Bruce und Co mangels Zeit am Fernseher aus.

 

Bis ich eines Tages, es war wohl so im Herbst 1992, in der Tageszeitung ein Beiblatt fand. Wing Tsun – Chinesische Selbstverteidigung, Trainingszeiten Montag 18:00 Uhr und Samstag 13:00 Uhr im Sportpark Fit & Fun in Wasserburg. Mein Interesse war geweckt – ich war neugierig. OK dachte ich, mit 32 Jahren bist du zwar nicht mehr der Jüngste aber das probierst du mal aus. Jetzt oder nie. Zeit hatte ich auch.

 

Also marschierte ich zum Probetraining. Anders als erwartet waren nicht hunderte von grimmig dreinschauenden Kampfboliden anwesend sondern nur eine Handvoll junger Kerle. Ich wurde sofort freundlich aufgenommen und durfte auch gleich mit einfachen Übungen mitmachen. Erwin (Sifu Erwin Kastl) zeigte einiges aus seinem Repertoire, erklärte geduldig und war entgegen meiner Befürchtung überhaupt nicht gewalttätig. Ich war begeistert. Zum nächsten Training war ich wieder da und nach dem Training habe ich mich gleich fest angemeldet.

 

Ich war mit dem Wing / Tsun-Virus infiziert !!!

 

Anfangs trainierte ich noch etwas verhalten, vielleicht in der Angst dass die anfängliche Euphorie wieder verfliegt. Das legte sich jedoch schnell. Mit dem Erfolg wuchs auch meine Begeisterung. Ich wurde regelrecht süchtig. Irgendwann hatte ich 4–5 Trainingseinheiten in der Woche. Ich trainierte in Wasserburg, in Rosenheim und in Erding. Ich saugte das Wissen, das Erwin sorgfältig ausgewählt verteilte, wie ein Schwamm auf.

 

Jedoch musste ich bald feststellen dass mein Geist zwar willens war, mein Körper aber noch lange nicht fähig die Materie so umzusetzen wie ich es wollte. Aber wie heißt es immer so schön: „Gut Ding braucht Weile“. Je öfter ich die Übungen wiederholte umso sicherer wurde ich. Am Anfang einer Übung arbeitete ich noch mit dem Kopf, überlegte immer ‚wie geht das, was kommt jetzt dran, bei der Bewegung musst du auf das aufpassen’ und so weiter. Nach einer gewissen Zeit aber wussten meine Arme von ganz alleine was zu tun ist. Die Reaktion auf eine Berührung oder einen Druck kam umso schneller je weniger ich darüber nachdachte. Ich begann nach Gefühl zu arbeiten, und auf mein Gefühl, das weiß ich heute kann ich mich blind verlassen. Meine Augen lassen sich täuschen – mein Gefühl nicht.

 

Meine erste Schülergradprüfung hat mir Erwin am 28.11.1992 abgenommen. Ich war stolz wie Oscar. Die nächsten Schülergradprüfungen wurden meist von Sifu Kernspecht oder Sifu Reimers abgenommen. Was jedoch immer gleich war – die riesige Freude nach einer erfolgreich bestandenen Prüfung. Je schwerer die Anforderungen wurden umso größer war meine Freude danach.

 

Im Dezember 1998 musste ich meine Wing / Tsun-Laufbahn vorerst gezwungenermaßen  beenden. Mein Gesundheitszustand war physisch und vor allen Dingen psychisch so desolat dass ich mit dem Wing / Tsun nicht mehr weitermachen konnte. Es war die schwerste Zeit in meinem bisherigen Leben. Erst kam die Trennung von meiner Frau und den Kindern, später die Scheidung dazu. Der Verlust von Haus und Hof… ich war total am Boden zerstört! Meine Kraft und mein Lebenswille tendierten zu Null.

 

Nach einer gewissen Zeit der Lethargie rappelte ich mich wieder auf. Ich lernte meine jetzige Frau kennen und lieben. Ich hatte eine neue Zukunft. Wir heirateten und gemeinsam bauten wir ein neues Haus, ich fing praktisch ein neues Leben an. Es ging wieder aufwärts.

 

Irgendwann, ich weiß nicht mehr genau wann, begann ich wieder mit meinem Freund Sigi (Siegbert Schien) in seinem mir wohlvertrautem Keller zu trainieren. Und was soll ich sagen – es machte immer noch verdammt viel Spaß. Ja, ich hatte den WT-Virus immer noch in mir.

 

Apropos Keller – Dieser Keller war die reinste Folterkammer und ich war auch noch so blöd und ging auch noch jedes Mal freiwillig und sogar mit einer gewissen Vorfreude in dieses dunkle Gemäuer und ließ mich nach Strich und Faden vermöbeln. Nach jeweils einer guten Stunde harten Trainings und mit hängenden Flügeln ließ ich mich meist noch auf ein oder zwei Bier von Sigi überreden. Dabei diskutierten wir über Gott und die Welt, meine Fehler, aber auch über die kleinen Fortschritte die sich zwangsläufig einstellten.

 

Sigi nahm mich von je her ganz schön hart ran. So ab dem 3. SG Programm habe ich angefangen bei Sigi Privatunterricht zu nehmen. Es war teilweise die Hölle. Sigi nervte und ärgerte mich mit Kleinigkeiten, immer und immer wieder, solange bis er Zufrieden war, natürlich nur zu meinem Besten wie er mir immer wieder versicherte. Heute weiß ich dass diese Nerverei genau richtig war. Durch das sofortige und stetige Ausmerzen auch kleinster Fehler stellte sich allmählich eine stabile Basis dar auf der man Aufbauen konnte.

 

Und so kam es dann wie es kommen musste. Als wir wieder einmal nach dem Training diskutierten und unsere Kehlen befeuchteten fragte mich Sigi, so ganz nebenbei, ob ich denn nicht wieder zu Erwin in die Schule kommen wollte. Da ich eh schon des längeren mit dem Gedanken gespielt hatte mich wieder aktiv am Wing / Tsun Training zu beteiligen viel mir die Antwort nicht schwer. Kurze Zeit später sind wir dann gemeinsam nach Erding gefahren und nach einem netten Gespräch mit Erwin war ich wieder in die Gemeinschaft der Wing / Tsun-Süchtigen integriert.

 

Seitdem ist ein gutes Jahr vergangen und ich bin nach wie vor mit wachsender Begeisterung dabei. Ganz besonders angetan hat es mir das vielschichtige Trainingsprogramm das Erwin auf die Füße gestellt hat. Es deckt wirklich das komplette Spektrum ab, angefangen von wie vermeide ich einen Kampf, Notwehrgerechtes Handeln, Kampferöffnung, Verteidigung, bis hin zum Kampf gegen mehrere Gegner. Sehr gelungen finde ich auch das einmal im Monat stattfindende Eskrima-Training. Waffenkampf mit Stock oder Messer, Schwertkampf und seit neuestem auch der Langstock. Man kann sagen, es ist alles in allem ‚eine runde Sache’. Dieses Trainingsprogramm deckt so ziemlich alles ab was einem im Leben an Gewalttätigem passieren könnte.

 

Ich für meinen Teil freue mich immer wieder aufs Neue wenn ich mit Gleichgesinnten trainieren kann, wenn ich mein bescheidenes Wissen weitergeben und auch am Erfolg der anderen teilhaben kann.

Mein nächstes aber noch lange nicht letztes Ziel, der 1. Technikergrad, ist nunmehr in greifbare Nähe gerückt dank der geduldigen Unterstützung meiner zahlreichen Trainingspartner und nicht zuletzt durch die hervorragende Ausbildung die ich durch meinen Sifu Erwin Kastl erfahren durfte.

 

Mein besonderer Dank gilt jedoch meinem langjährigen Freund Siegbert Schien. Dank seiner Hilfe und Geduld war es mir erst möglich diesen Weg zu beschreiten.

 

Ich wünsche nun allen viel Spaß und viel Erfolg beim Erlernen des Kampfkunstsystems von Sifu Erwin Kastl.

 

Dezember 2005, Manuel Schreiner

 

Es ist immer wieder aufregend vor einer neuen Tür zu stehen und um Einlass zu begehren, in Erwartung der vielen Geheimnisse die es dort zu ergründen gibt, in der Gewissheit dass derer noch viele Türen folgen.

 

Markus Frank besteht die Prüfung zum ersten Lehrergrad

Hier seine Worte und Erfahrungen

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Der Weg...

mit dem Ziel vor Augen

Einleitung/ Vorstellung

 

Mein Name ist Markus Stockinger, ich bin 26 Jahre alt und betreibe Wing/Tsun nun seit mehr als 5 Jahren. Meine eigenen Kampfkunstschulen leite ich seit einiger Zeit in Brannenburg und seit neuem in Ingolstadt.

 

Zunächst will ich meinen Weg zum Wing/Tsun erläutern, der meiner Meinung nach länger nicht hätte sein können. Sehr früh schon habe ich mich für Kampfsport begeistern können, gleichwohl dieser Weg wohl sehr steinig, hart und von mehreren Fehlversuchen geprägt war. Ich hatte aber weder eine Vorstellung noch eine Ahnung, was welche Kampfkunst/-sportart beeinhalten oder welche Techniken praktiziert werden. Dies galt es rauszufinden...

 

Freunde nahmen mich in verschiedene Dojos (Dojo = japanische Kampfsportschule, Dojang = koreanische Kampfsportschule, Kwoo = chinesische Kampfsportschule für Kung Fu) mit, wodurch ich mir einige Grundzüge mancher verschiedener Stile aneignen konnte. Dieses Schnuppern ging einige Jahre mit mehreren Pausen gut, wobei es trotzdem zu keiner Entscheidung meinerseits kam. Ich hatte nach einer Abwechslung oder besser Vielfalt innerhalb eines einzigen Systems gesucht. Eine Vielfalt, die es zulassen würde, z.B. bei Krankheit oder anderen gesundheitlichen Einschränkungen zu trainieren.

 

Beispiel: Man wird am Knie operiert und kann unmöglich im stehen trainieren...

Dies war bei mir der Fall, jedoch wollte ich die entstandene Lücke nach der OP so klein wie möglich halten. Ich ging zu meinem Trainer Erwin und fragte ihn was ich tun sollte. Das Ergebnis war, dass ich Techniken im Sitzen trainierte. Auch ein Sitzender muss sich verteidigen können, oder auch ein Rollstuhlfahrer. Diese Techniken werden normalerweise für den 12. Schülergrad geübt, oder eben bei Bedarf.  

 

 

 

Wie alles begann...

 

Da ich schon einige Jahre bei der Bundeswehr war und meine Ausbildung soweit abgeschlossen hatte, konnte ich wieder Zeit investieren, um meinen Interessen nachzugehen. Die Suche mit einigen Kameraden führte sehr schnell zu einem viel versprechendem Ergebnis. Es gab eine Schule für Selbstverteidigung in unserer Nähe (Rosenheim), die Wing / Tsun lehrte. Wir waren in Brannenburg stationiert.

Sämtliche Spezialkräfte und viele private Sicherheitsfirmen praktizieren u.a. dieses System und deshalb ließ das erste Probetraining nicht lange auf sich warten...

Mit Freude wurde ich beim Probetraining empfangen, in die Geschichte des Wing/Tsun und in die ersten praktischen Teile eingewiesen.

 

An dieser Stelle möchte ich meinem Trainer „Sifu Erwin Kastl“ meinen besonderen Dank aussprechen!

Ohne Erwin wäre ich nicht dahin gekommen wo ich nun stehe.

 

Ich habe gelernt, dass Wing/Tsun für den Fall einer nötigen Selbstverteidigung gemacht sei und nicht um etwa Wettkämpfe zu bestreiten. Gleichermaßen aber wurde mir mit besonderem Nachdruck die Gefährlichkeit des Systems in der Anwendung vermittelt.

Ich begann das Training zweimal die Woche zu besuchen und war sehr motiviert. Nach einigen Monaten aber wollte ich mehr..

 

Aus diesem Grund fragte ich Erwin ob die Möglichkeit besteht, in Taglaching auch trainieren zu dürfen. Er willigte sofort ein und so nahm alles seinen Lauf. Ich fuhr deshalb mit einem sehr guten Freund Alex zusätzlich noch nach Taglaching, wodurch wir unser Training auf vier Einheiten die Woche steigern konnten. Hinzugekommen sind noch die  Seminare Sonntags...

 

Erwin gab sich immer sehr gelassen und setzte einfach neu an, wenn Techniken oder Abläufe nicht funktioniert hatten. Seine Geduld erschien mir grenzenlos.  

 

Mein Eifer hat mich so weit getrieben, dass ich selbst meine eigene Kampkunstschule in Brannenburg eröffnete. Der Wissensdurst meiner Schüler lässt mich immer wieder an meine Anfangszeit zurückdenken.

Mittlerweile leite ich meine zweite Kampfkunstschule in Ingolstadt.

 

Ich hoffe somit, dass ich Ihnen einen kleinen Einblick in meinen Lebenslauf als Kampfkünstler geben konnte.

 

 

Wie sehe ich Wing/Tsun

 

In diesem Abschnitt meiner Arbeit werde ich Ihnen einen Einblick in meine Ansichten über Wing / Tsun geben.

Ich möchte mich im Vorgriff bei allen entschuldigen, die sich mit meinen Aussagen nicht identifizieren können und sich unter Umständen auf die Füße getreten fühlen.

Nachfolgend sollen einige Vorurteile oder Missverständnisse diesbezüglich ins rechte Licht gerückt werden.

Ich sage Wing / Tsun ist nur begrenzt als Selbstverteidigungssystem zu deklarieren, da  Wing / Tsun klassisch betreiben ein reines Nahkampfsystem ist und praxisorientierte (Reality Based) Selbstverteidigung schon vor einem Kampf beginnt. Es stellt sich als erstes die Frage, wann ein Kampf beginnt?

Da Auseinandersetzungen oftmals mit verbalen Attacken des Gegenübers beginnen, ist es im ersten Moment noch überhaupt nicht von Bedeutung wie fest oder schnell man Zuschlagen kann.

Eines der besten Beispiele ist die Erkenntnis, dass Frauen, die angegriffen werden und laut um Hilfe rufen, keine Hilfe bekommen. Warum??? Das weiß niemand. Traurig aber wahr! Stattdessen bringt man Frauen bei, sie sollen laut Feuer rufen. Siehe da, es klappt! Plötzlich eilen Menschen zur Hilfe herbei.

 

Es gäbe unzählige solcher Beispiele die hier aber den Rahmen sprengen würden.

Was will ich damit sagen? Es gibt wesentlich mehr, mit dem man sich beschäftigen muss, als nur damit,  wie man seinem Gegenüber auf die Nase haut.

 

Im folgenden treffen wir eine Unterscheidung zweier Rollen. Zum einen die Opferrolle, die den Kampf verlieren wird,  und zum anderen die Täterrolle, die den Kampf gewinnen wird.

Die verbale Auseinandersetzung legt grundsätzlich fest, wer in die Opferrolle und wer in die sogenannte Täterrolle rutscht. Im Wing / Tsun, wie es in unseren Schulen praktiziert wird, lernt der Schüler von Anfang an den Umgang mit verbalen Auseinandersetzungen und praktiziert diese gleichzeitig mit den ersten Techniken des Wing / Tsun. Er gewinnt dadurch die Selbstsicherheit, die benötigt wird, um einen Kampf zu bestreiten. Obwohl die „Anmache“ im Training nicht mit einer echten Auseinandersetzung vergleichbar ist, lernt man, wie es ist, „angefegt“ zu werden. Man kennt es, man erwartet es geradezu und kann damit umgehen. Auch das Ende kennt man. Der Angreifer wird am Boden enden. Dieses Bild hat man im Kopf gespeichert. Es gibt einem die Sicherheit.

Ohne diese Selbstsicherheit und Entschlossenheit sind zwei Kämpfe bereits verloren. Einmal der Kampf in einem selbst und dann noch der eigentliche Kampf. Wer glaubt, er hat keine Chance und schon verloren, wird auch recht behalten. Ein klassischer Fall einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung.

Ein bekanntes Sprichwort sagt es ja: „Allein der Wille zählt!“

 

Im unserm Wing / Tsun und Freistil werden genau diese Elemente miteinander verschmolzen und vervollständigen das System somit ab der ersten Stunde des Trainings.

Mehr dazu finden sie unter

http://www.kampfkunstschulen-kastl.de/Kampfkunst/kampfkunst.html#5Strategien

 

 

Technik - Training im Zusammenhang mit psychischer Belastung

 

Technisches Training ist zum erlernen verschiedener Methoden unerlässlich.

Am anschaulichsten wird diese Tatsache im Käfig bei den UFC-Turnieren demonstriert

(UFC= Ultimate Fighting Championship).

Man kann erkennen, dass der Kraftaufwand sehr hoch ist aber bei längerem betrachten wird einem sehr schnell klar wie wichtig die Technik ist.

Technik allein benötigt keine Ausdauer...die Kraft aber schon!!!

Was mach ich wenn die Kraft nachlässt...mir die Puste ausgeht...

In diesem Moment dürfte der Sieg demjenigen zugesprochen werden, der technisch als der Bessere einzustufen ist.

 

Sehr eindrucksvoll wird diese Thematik im Bereich unseres Bodenkampfes klar. Anfangs ist es unwahrscheinlich schwierig überhaupt eine gewisse Zeit am Boden zu trainieren. Es kommt einem aufgrund verschiedener Faktoren sehr anstrengend vor. Dabei liegt es hauptsächlich an der fehlenden Technik. Man muss die Technik seines Gegenübers mit der eigenen Kraft ausgleichen um gewisse Zeit gleichauf sein zu können. Diese gewisse Zeit dürfte sich auf ein paar Sekunden beschränken!!!

Die eigene Kraft schwindet unverhältnismäßig zu dem technischen Könnens meines Gegners.

Kurz um: Es ist nur eine Frage der Zeit bis man untergeht...

 

Deshalb sollte man sich immer erstmal auf das technische Lernen konzentrieren!!!

Im Ernstfall also im Verteidigungsfall kommt nur das zum Vorschein was ich immer wieder trainiert und wiederholt habe. Techniken oder Anwendungen die ich MAL gemacht habe, werden nicht funktionieren...

 

An diesem Punkt kommt die psychische Belastung ins Spiel...

Diese sollte zunehmend aber langsam gesteigert werden. Somit kann sich der Körper auch darauf einstellen.

Hierbei ist aber etwa nicht das Schienbein gemeint, dass ich immer wieder zur Abhärtung gegen harte Gegenstände schlage, sondern das zentrale Nervensystem.

Das zentrale Nervensystem steuert die Leistung und vor allen Dingen die Leistungsbereitschaft unseres Körpers.

Dieses muss langsam an die Belastung herangeführt werden, um nicht überfordert zu werden.

Anzeichen dafür sind die klassische Lustlosigkeit, die plötzlich eintritt und der daraus resultierende Leistungsverlust.

Mit diesem Phänomen kämpfen täglich u.a. Kraftsportler!!!

Sie müssen auch gewisse Pausen bzw. Ruhephasen einlegen, um einerseits die Muskulatur und andererseits das zentrale Nervensystem zur Ruhe kommen zu lassen.

 

Am sinnvollsten ist es, die Belastung stetig zu steigern aber immer auf seinen Körper zu hören.

Denn dieser gibt einem immer ein gewisses Feedback über mehrere Tage.

Nach einem harten anstrengendem Training sollte man überprüfen, ob man sich zwar ausgepowert aber gut fühlt, oder ob man sich kaputt fühlt und froh ist, dass es vorbei ist.

Sollte eher das letztere zutreffend sein, sollte man die Intensität ein wenig runter schrauben.

Der größte Fehler, den man dabei machen kann, ist nur ein paar Wochen zu planen.

Jeder will sein Hobby ja über einen längeren Zeitraum, ohne größere Zwischenfälle ausüben, oder?

 

 

Sportliche Leistungsfähigkeit

 

Die körperliche Leistungsfähigkeit eines Kampfsportlers/-künstlers ist durchaus von Bedeutung, aber nicht Hauptbestandteil im Wing / Tsun, und schon gar nicht in der real vorkommenden Selbstverteidigungssituation. Dieser Aussage konnte ich gerade in der Anfangszeit bei Erwin keinen Glauben schenken, da ich Kampfsport immer mit Fitness und Kraft in Zusammenhang sah.

Als ich aber die ersten Stunden in Rosenheim mitmachte, wurde ich eines besseren belehrt.

Ein weiterer Schüler, der erst seit wenigen Wochen bei Erwin trainierte, verblüffte mich immer wieder dadurch, wie leicht es ihm fiel, mich zu besiegen. Ich war überrascht und erstaunt. Er wendete Verteidigungen aus dem Zaun und einige andere Techniken an, er hatte bereits nach ein paar Wochen die wichtigsten Elemente des Wing/Tsun gefestigt.

Dieses Erstaunen hat bei mir bis heute angedauert, wenn ich von Erwin neue Techniken beigebracht bekomme. Es ist immer diese Leichtigkeit, der zentrale Gedanke von Kampfkunst, einen wutschnaubenden und und gigantischen Angreifer elegant und mühelos zu besiegen.

 

Selbstverständlich hat die körperliche Fitness einen Einfluss auf die Leistungsfähigkeit. Der Schwächere muss sich diesbezüglich in erster Linie mehr auf seine Techniken konzentrieren als auf seine Kraft.

 

 

Selbstverteidigung und Waffen

 

Wenn man heutzutage von realistischer Selbstverteidigung spricht, darf in diesem Zusammenhang selbstverständlich der Waffenkampf nicht vernachlässigt werden.

Die niedriger werdende Hemmschwelle und die steigende Aggression in der heutigen Zeit, steigert die Wahrscheinlichkeit eines Waffeneinsatzes.

 

Meine erste Begegnung mit dem Waffenkampf:

 

Hmmm dachte ich mir...Es sieht wirklich gut aus aber jetzt mal im Ernst...

Ich stellte Erwin erstmals die Frage, die mir seit Beginn der ersten Stunde durch den Kopf ging...

 

Ich fragte Erwin: „Wer hat denn immer seine Stöcke bei sich wenn es drauf ankommt?“

Erwin daraufhin lächelnd: „Du hast diese Stöcke nicht immer bei dir, aber du kannst nach nur ein paar Stunden Training mit ziemlich allen - auch „unkonventionellen“ - Gegenständen umgehen!“

Erwin behielt Recht! Unser Trainingseifer ging schon nach den ersten Stunden weit über die reguläre Trainingszeit hinaus. Wir nutzen jede freie Minute, auch Mittagspausen für unser Training. Die ersten Stöcke für Escrima haben wir in einem nahegelegenen Ort gekauft. Diese waren klassisch aus Holz und sahen sehr stabil aus. Leider haben die Stöcke nur ein Training gehalten...

 

Als wir wieder bei Erwin im Training waren bekamen wir richtige Stöcke aus Kunststoff. Diese sind praktisch unzerstörbar und es macht richtig Spass mit diesen Escrima zu trainieren.

 

In Erwins Schulen erlernt man nicht nur Escrima (philippinischer Stockkampf), sondern auch Messerkampf, Messerabwehr (Messerangriffe überleben), Langstock, Schwert, Machete und seit einiger Zeit auch, für unsere etwas ältere Generation, Verteidigungsmöglichkeiten mit dem Gehstock.

Auch eher unkonventionellen Gegenstände, wie Eimer und irgendwelche Latten haben Erwins uneingeschränkte Aufmerksamkeit.

 

Eines ist nämlich gewiss, in einer bedrohlichen Situation, in der man ohne als Waffe genutzte Hilfsgegenstände nur geringe Chancen auf ein unverletztes Entkommen hätte, ist man froh, diese Techniken zusätzlich zu beherrschen.

Mit bedrohlich kann z. B. gemeint sein...mehrere Angreifer, oder ein bewaffneter Angreifer, oder man ist verletzt.

 

 

Selbstverteidigung für Frauen

 

Selbstverteidigung für Frauen erachte ich beinahe wichtiger als für Männer.

Männer sind von Natur aus stärker als Frauen. Zumindest in den meisten Fällen.

Es gibt natürlich in beiden Fällen Ausnahmen!!!

Lasst uns in unserer Zeit ein wenig zurück gehen bis in die Steinzeit...

In dieser Zeit ist es für die männlichen Lebewesen üblich, auf die Jagd zu gehen um Frau und Kinder versorgen zu können.

 

Der Mann zu dieser Zeit musste stark und schnell sein um auf Jagd zu gehen. Jagd bedeutete, Tiere zu erlegen und oftmals sehr weit zurück nach Hause zu bringen.

Daher der Kampfgeist und die körperliche Stärke. Frauen hingegen waren beinahe ausschließlich für die Kinder verantwortlich.

Sehr viele Verhaltensweisen sind auf diese Geschichte zurückzuführen, würden hier aber den Rahmen sprengen.

Kurz gesagt, liegt das Kämpfen nicht in der Natur der Frau. Genau deshalb ist es umso wichtiger, dass Frauen Selbstverteidigung erlernen.

Das Ziel des Wing/Tsun ist es nämlich, die Schwächeren zu stärken.Es macht keinen Sinn die Starken noch stärker zu machen.

 

Ich spreche nicht nur von Anpöbeln oder etwa Angrabschen...

Es geht vielmehr um Vergewaltigung, Schläge, Tritte oder sogar Totschlag.

Einige Frauen sehen ihre rosa Welt, aber sind potenziell mehr gefährdet als die Männer. Sehr oft kann man beobachten, wie leichtsinnig sie mit diesem Thema umgehen.

 

Ein Beispiel aus dem Alltag:

Eine junges Mädchen steht am Straßenrand... Vermutlich eine Schülerin oder eine Studentin...

Sie fährt noch kein Auto, weil sie noch keine 18 Jahre alt ist...

Deshalb will sie trampen und hofft somit auf eine Mitfahrgelegenheit. Einerseits eine gute Idee möchte man meinen. Wer hat das noch nicht gemacht??

Ich brauch hier aber nicht weiter ins Detail gehen, wenn der Fahrer plötzlich im Wald rechts abbiegt sie aus dem Auto zerrt und...

Die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch und den Menschen die zu so etwas fähig sind, sieht man es nicht immer an...

Ich will hier nicht den Moralapostel spielen, sondern wachrütteln... 

Eine gewisse Vorsicht sollte immer vorhanden sein. Allein aus Gründen des Selbstschutzes.

 

Genau diesen Aspekt bringt Erwin in seinem Training immer wieder ein. Welche Möglichkeiten des Handeln gibt es bevor einem was zustößt.

Eines sollte man sich bewusst sein, der Täter sucht sich sein Opfer nach bestimmten Kriterien aus. Wer diesen Kriterien nicht entspricht, wird nicht angegriffen.

 

 

Abschließend möchte ich Erwin nochmal für alles danken.

 

Für alles, was er mir auf den Weg in dieser Zeit mitgegeben hat. Sein Ziel nie aus den Augen zu verlieren, auch wenn es noch so schwer und unerreichbar erscheint. Es macht mir noch heute - dank Erwin - genauso viel Spaß wie am ersten Tag. Diese Begeisterung gebe ich mit großer Freude an meine Schüler weiter.

 

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